Audi gewinnt die 24 Stunden von Le Mans 2013 auf dem Circuit de la Sarthe. Der #2 Audi R18 e-tron quattro von Audi Sport Team Joest legt in 24 Stunden 348 Runden zurück — eine Renndistanz von 4.742 km. Am Steuer: Tom Kristensen, Loïc Duval und Allan Mcnish. Der Vorsprung auf Platz zwei beträgt 1 Runde — ein klarer, kontrollierter Sieg. Der schnellste Hersteller stellt auch den Sieger.
Wie der Sieg entstand
Über die Distanz zählen wir 1 Führungswechsel zwischen 2 verschiedenen Fahrzeugen der Klasse LMP1. Im engsten Moment trennten Erster und Zweiter nur 0,6 s. In 2 von 6 gemessenen Stunden lag der Abstand unter 30 Sekunden.
Der Führende war nie außer Reichweite, doch der Druck kam in Wellen statt über die volle Distanz.

Abbildung 1 zeigt, wie sich dieser Abstand über die Distanz bewegt hat.
Hersteller-Pace
Wir bewerten Pace über den Durchschnitt der schnellsten Runde je Hersteller. Das misst echtes Tempo über die Distanz statt einer einzelnen Glücksrunde. Die Reihenfolge an der Spitze: Audi (241,2 km/h), Toyota (238,8 km/h), Lola (233,0 km/h).
Zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Hersteller der Klasse LMP1 liegen 8,5 km/h. Eine deutliche Spreizung. Auf dieser Strecke treten die Konzeptunterschiede klar zutage.

Abbildung 2 stellt die Pace-Reihenfolge nebeneinander.
Zuverlässigkeit nach Klassen
14 von 56 Fahrzeugen erreichen das Ziel nicht — eine Ausfallquote von 25 %. Am härtesten trifft es LMP2 mit 41 %, am besten kommt LMP1 mit 0 % durch.
Auf dieser Distanz ist Standfestigkeit selbst ein Ergebnis. Ein Auto, das steht, punktet nicht — egal, wie schnell es war.

Abbildung 3 vergleicht die Klassen direkt.
Effizienz über die Distanz
Der Effizienz-Score multipliziert die mittlere Rundengeschwindigkeit mit den gefahrenen Runden und setzt das Ergebnis ins Verhältnis zum Klassenmittel. Er belohnt Fahrzeuge, die schnell und unauffällig waren. 1,000 entspricht genau dem Klassenmittel.
Den höchsten Wert erreicht #2 Audi mit 1,086. Das ist zugleich der Siegerwagen — Tempo und Standfestigkeit kamen aus einem Paket.

Abbildung 4 sortiert die Fahrzeuge nach diesem Wert.
Nacht gegen Tag
Die Fahrzeuge der Topklasse fahren am Tag im Mittel 235,7 km/h, in der Nacht 237,0 km/h. Die Differenz beträgt 1,30 km/h — zugunsten der Nacht.
Das ist ein echter Pace-Verlust nach Einbruch der Dunkelheit: kühlere Luft, mehr Verkehr und schlechtere Sicht hinterlassen Spuren auf der Uhr.

Abbildung 5 stellt beide Phasen nebeneinander.
Die Schlussphase
In der letzten Stunde halten 91 % des Feldes ihre Position im Rahmen von ±1 Platz (n = 56). Das Rennen war lange vor der Zielflagge entschieden. Die größte Einzelbewegung gelingt #46 Oreca: 32 Plätze zurück.

Abbildung 6 zeigt, wie ruhig der Schluss wirklich war.
Schnellste Runde und Klassenabstände
Die schnellste Einzelrunde des Rennens fährt #1 Audi (Audi Sport Team Joest): 3:22.746 bei 242,0 km/h. Besatzung: André Lotterer, Marcel Fässler und Benoit Tréluyer.
Zwischen LMP1 und LMP2 liegt ein Pace-Abstand von 17,2 s pro Runde. Diese Zahl entscheidet, wie viel Verkehr die Spitze abarbeiten muss.
Die Klassensieger — LMP1: #2 Audi (Audi Sport Team Joest), LMP2: #35 Morgan (OAK Racing), LMGTE Pro: #92 Porsche (Porsche AG Team Manthey), LMGTE Am: #76 Porsche (IMSA Performance Matmut).
Einordnung
Der Sieger fährt im Schnitt 197,4 km/h über 4.742 km. Auf einer Runde von 13,626 km ist das das Tempo, das die gesamte Strategie tragen musste.
Wir berechnen für jedes Rennen im Archiv dieselben Kennzahlen: Pace-Reihenfolge, Zuverlässigkeit nach Klassen, Führungswechsel, Siegmarge, Schlussstabilität und Effizienz. Damit wird dieser Lauf direkt vergleichbar — mit jedem anderen Rennen der Saison 2013 und mit den Jahren davor.
Alle Werte stammen aus der vollständigen Klassifikation jeder Rennstunde und werden bei jedem Build neu berechnet.




