Porsche gewinnt die 24 Stunden von Le Mans 2016 auf dem Circuit de la Sarthe. Der #2 Porsche 919 Hybrid von Porsche Team legt in 24 Stunden 384 Runden zurück — eine Renndistanz von 5.232 km. Am Steuer: Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb. Der Vorsprung auf Platz zwei beträgt 3 Runden — ein klarer, kontrollierter Sieg. Der schnellste Hersteller stellt auch den Sieger.
Wie der Sieg entstand
Über die Distanz zählen wir 6 Führungswechsel zwischen 4 verschiedenen Fahrzeugen der Klasse LMP1. Im engsten Moment trennten Erster und Zweiter nur 0,5 s. In 15 von 18 gemessenen Stunden lag der Abstand unter 30 Sekunden.
Das ist ein echtes Duell auf Sichtweite — kein einsames Fahren an der Spitze.

Abbildung 1 zeigt, wie sich dieser Abstand über die Distanz bewegt hat.
Hersteller-Pace
Wir bewerten Pace über den Durchschnitt der schnellsten Runde je Hersteller. Das misst echtes Tempo über die Distanz statt einer einzelnen Glücksrunde. Die Reihenfolge an der Spitze: Porsche (243,2 km/h), Toyota (242,9 km/h), Audi (242,1 km/h).
Zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Hersteller der Klasse LMP1 liegen 16,4 km/h. Eine deutliche Spreizung. Auf dieser Strecke treten die Konzeptunterschiede klar zutage.

Abbildung 2 stellt die Pace-Reihenfolge nebeneinander.
Zuverlässigkeit nach Klassen
16 von 59 Fahrzeugen erreichen das Ziel nicht — eine Ausfallquote von 27 %. Am härtesten trifft es LMGTE Pro mit 36 %, am besten kommt LMGTE Am mit 15 % durch.
Auf dieser Distanz ist Standfestigkeit selbst ein Ergebnis. Ein Auto, das steht, punktet nicht — egal, wie schnell es war.

Abbildung 3 vergleicht die Klassen direkt.
Effizienz über die Distanz
Der Effizienz-Score multipliziert die mittlere Rundengeschwindigkeit mit den gefahrenen Runden und setzt das Ergebnis ins Verhältnis zum Klassenmittel. Er belohnt Fahrzeuge, die schnell und unauffällig waren. 1,000 entspricht genau dem Klassenmittel.
Den höchsten Wert erreicht #2 Porsche mit 1,176. Das ist zugleich der Siegerwagen — Tempo und Standfestigkeit kamen aus einem Paket.

Abbildung 4 sortiert die Fahrzeuge nach diesem Wert.
Nacht gegen Tag
Die Fahrzeuge der Topklasse fahren am Tag im Mittel 237,1 km/h, in der Nacht 239,5 km/h. Die Differenz beträgt 2,37 km/h — zugunsten der Nacht.
Das ist ein echter Pace-Verlust nach Einbruch der Dunkelheit: kühlere Luft, mehr Verkehr und schlechtere Sicht hinterlassen Spuren auf der Uhr.

Abbildung 5 stellt beide Phasen nebeneinander.
Die Schlussphase
In der letzten Stunde halten 82 % des Feldes ihre Position im Rahmen von ±1 Platz (n = 60). Die Reihenfolge stand weitgehend, einzelne Duelle liefen jedoch bis zum Schluss. Die größte Einzelbewegung gelingt #5 Toyota: 44 Plätze zurück.

Abbildung 6 zeigt, wie ruhig der Schluss wirklich war.
Schnellste Runde und Klassenabstände
Die schnellste Einzelrunde des Rennens fährt #6 Toyota (Toyota Gazoo Racing): 3:21.445 bei 243,6 km/h. Besatzung: Stéphane Sarrazin, Mike Conway und Kamui Kobayashi.
Zwischen LMP1 und LMP2 liegt ein Pace-Abstand von 14,9 s pro Runde. Diese Zahl entscheidet, wie viel Verkehr die Spitze abarbeiten muss.
Die Klassensieger — LMP1: #2 Porsche (Porsche Team), LMP2: #36 Alpine (Signatech Alpine), LMGTE Pro: #68 Ford (Ford Chip Ganassi Team USA), LMGTE Am: #62 Ferrari (Scuderia Corsa), Garage 56: #84 Morgan (SRT41 By OAK Racing).
Einordnung
Der Sieger fährt im Schnitt 217,9 km/h über 5.232 km. Auf einer Runde von 13,626 km ist das das Tempo, das die gesamte Strategie tragen musste.
Wir berechnen für jedes Rennen im Archiv dieselben Kennzahlen: Pace-Reihenfolge, Zuverlässigkeit nach Klassen, Führungswechsel, Siegmarge, Schlussstabilität und Effizienz. Damit wird dieser Lauf direkt vergleichbar — mit jedem anderen Rennen der Saison 2016 und mit den Jahren davor.
Alle Werte stammen aus der vollständigen Klassifikation jeder Rennstunde und werden bei jedem Build neu berechnet.






