Ferrari gewinnt die 24 Stunden von Le Mans 2023 auf dem Circuit de la Sarthe. Der #51 Ferrari 499P von Ferrari AF Corse legt in 24 Stunden 342 Runden zurück — eine Renndistanz von 4.660 km. Am Steuer: Alessandro Pier Guidi, James Calado und Antonio Giovinazzi. Der Vorsprung auf Platz zwei beträgt 0 Runden — ein klarer, kontrollierter Sieg. Der schnellste Hersteller stellt auch den Sieger.
Wie der Sieg entstand
Über die Distanz zählen wir 10 Führungswechsel zwischen 6 verschiedenen Fahrzeugen der Klasse HYPERCAR. Im engsten Moment trennten Erster und Zweiter nur 1,3 s. In 17 von 19 gemessenen Stunden lag der Abstand unter 30 Sekunden.
Das ist ein echtes Duell auf Sichtweite — kein einsames Fahren an der Spitze.

Abbildung 1 zeigt, wie sich dieser Abstand über die Distanz bewegt hat.
Hersteller-Pace
Wir bewerten Pace über den Durchschnitt der schnellsten Runde je Hersteller. Das misst echtes Tempo über die Distanz statt einer einzelnen Glücksrunde. Die Reihenfolge an der Spitze: Ferrari (236,3 km/h), Cadillac (235,8 km/h), Porsche (235,2 km/h).
Zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Hersteller der Klasse HYPERCAR liegen 5,7 km/h. Eine deutliche Spreizung. Auf dieser Strecke treten die Konzeptunterschiede klar zutage.

Abbildung 2 stellt die Pace-Reihenfolge nebeneinander.
Zuverlässigkeit nach Klassen
22 von 61 Fahrzeugen erreichen das Ziel nicht — eine Ausfallquote von 36 %. Am härtesten trifft es LMGTE Am mit 57 %, am besten kommt HYPERCAR mit 19 % durch.
Auf dieser Distanz ist Standfestigkeit selbst ein Ergebnis. Ein Auto, das steht, punktet nicht — egal, wie schnell es war.

Abbildung 3 vergleicht die Klassen direkt.
Effizienz über die Distanz
Der Effizienz-Score multipliziert die mittlere Rundengeschwindigkeit mit den gefahrenen Runden und setzt das Ergebnis ins Verhältnis zum Klassenmittel. Er belohnt Fahrzeuge, die schnell und unauffällig waren. 1,000 entspricht genau dem Klassenmittel.
Den höchsten Wert erreicht #8 Toyota mit 1,201. Der Sieger #51 steht hier nicht an der Spitze. Streckenposition und Strategie führten zu einem Ergebnis, das reine Effizienz nicht allein erklärt.

Abbildung 4 sortiert die Fahrzeuge nach diesem Wert.
Nacht gegen Tag
Die Fahrzeuge der Topklasse fahren am Tag im Mittel 234,1 km/h, in der Nacht 233,7 km/h. Die Differenz beträgt 0,33 km/h — zugunsten des Tages.
Anders gesagt: kein messbarer Nachteffekt. Dunkelheit kostet Konzentration und erschwert das Lesen des Verkehrs — langsamer macht sie moderne Prototypen nicht.

Abbildung 5 stellt beide Phasen nebeneinander.
Die Schlussphase
In der letzten Stunde halten 81 % des Feldes ihre Position im Rahmen von ±1 Platz (n = 62). Die Reihenfolge stand weitgehend, einzelne Duelle liefen jedoch bis zum Schluss. Die größte Einzelbewegung gelingt #5 Porsche: 11 Plätze zurück.

Abbildung 6 zeigt, wie ruhig der Schluss wirklich war.
Schnellste Runde und Klassenabstände
Die schnellste Einzelrunde des Rennens fährt #50 Ferrari (Ferrari AF Corse): 3:27.218 bei 236,7 km/h. Besatzung: Antonio Fuoco, Miguel Molina und Nicklas Nielsen.
Zwischen HYPERCAR und LMP2 liegt ein Pace-Abstand von 9,1 s pro Runde. Diese Zahl entscheidet, wie viel Verkehr die Spitze abarbeiten muss.
Die Klassensieger — HYPERCAR: #51 Ferrari (Ferrari AF Corse), LMP2: #34 Oreca (Inter Europol Competition), LMGTE Am: #33 Chevrolet (Corvette Racing), Garage 56: #24 Chevrolet (Hendrick Motorsports).
Einordnung
Der Sieger fährt im Schnitt 194,1 km/h über 4.660 km. Auf einer Runde von 13,626 km ist das das Tempo, das die gesamte Strategie tragen musste.
Wir berechnen für jedes Rennen im Archiv dieselben Kennzahlen: Pace-Reihenfolge, Zuverlässigkeit nach Klassen, Führungswechsel, Siegmarge, Schlussstabilität und Effizienz. Damit wird dieser Lauf direkt vergleichbar — mit jedem anderen Rennen der Saison 2023 und mit den Jahren davor.
Alle Werte stammen aus der vollständigen Klassifikation jeder Rennstunde und werden bei jedem Build neu berechnet.






