Toyota gewinnt die 6 Stunden von Shanghai 2016 auf dem Shanghai International Circuit. Der #6 Toyota TS050 Hybrid von Toyota Gazoo Racing legt in 6 Stunden 244 Runden zurück — eine Renndistanz von 1.330 km. Am Steuer: Stéphane Sarrazin, Mike Conway und Kamui Kobayashi. Der Vorsprung auf Platz zwei beträgt nur 1,439 s — ein Zielsprint nach einem kompletten Langstreckenrennen. Die höchste Einzelrunden-Pace fuhr Audi — gewonnen hat Toyota. Tempo und Ergebnis fallen nicht immer zusammen.
Wie der Sieg entstand
Über die Distanz zählen wir 1 Führungswechsel zwischen 2 verschiedenen Fahrzeugen der Klasse LMP1. Im engsten Moment trennten Erster und Zweiter nur 1,4 s. In 5 von 5 gemessenen Stunden lag der Abstand unter 30 Sekunden.
Das ist ein echtes Duell auf Sichtweite — kein einsames Fahren an der Spitze.

Abbildung 1 zeigt, wie sich dieser Abstand über die Distanz bewegt hat.
Hersteller-Pace
Wir bewerten Pace über den Durchschnitt der schnellsten Runde je Hersteller. Das misst echtes Tempo über die Distanz statt einer einzelnen Glücksrunde. Die Reihenfolge an der Spitze: Audi (193,2 km/h), Toyota (192,4 km/h), Porsche (192,4 km/h).
Zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Hersteller der Klasse LMP1 liegen 11,9 km/h. Eine deutliche Spreizung. Auf dieser Strecke treten die Konzeptunterschiede klar zutage.

Abbildung 2 stellt die Pace-Reihenfolge nebeneinander.
Zuverlässigkeit nach Klassen
2 von 32 Fahrzeugen erreichen das Ziel nicht — eine Ausfallquote von 6 %. Am härtesten trifft es LMP1 mit 25 %, am besten kommt LMGTE Am mit 0 % durch.
Auf dieser Distanz ist Standfestigkeit selbst ein Ergebnis. Ein Auto, das steht, punktet nicht — egal, wie schnell es war.

Abbildung 3 vergleicht die Klassen direkt.
Effizienz über die Distanz
Der Effizienz-Score multipliziert die mittlere Rundengeschwindigkeit mit den gefahrenen Runden und setzt das Ergebnis ins Verhältnis zum Klassenmittel. Er belohnt Fahrzeuge, die schnell und unauffällig waren. 1,000 entspricht genau dem Klassenmittel.
Den höchsten Wert erreicht #8 Audi mit 1,271. Der Sieger #6 steht hier nicht an der Spitze. Streckenposition und Strategie führten zu einem Ergebnis, das reine Effizienz nicht allein erklärt.

Abbildung 4 sortiert die Fahrzeuge nach diesem Wert.
Die Schlussphase
In der letzten Stunde halten 94 % des Feldes ihre Position im Rahmen von ±1 Platz (n = 32). Das Rennen war lange vor der Zielflagge entschieden. Die größte Einzelbewegung gelingt #27 BR Engineering: 3 Plätze zurück.

Abbildung 5 zeigt, wie ruhig der Schluss wirklich war.
Schnellste Runde und Klassenabstände
Die schnellste Einzelrunde des Rennens fährt #8 Audi (Audi Sport Team Joest): 1:24.645 bei 194,1 km/h. Besatzung: Lucas di Grassi, Loïc Duval und Oliver Jarvis.
Zwischen LMP1 und LMP2 liegt ein Pace-Abstand von 6,9 s pro Runde. Diese Zahl entscheidet, wie viel Verkehr die Spitze abarbeiten muss.
Die Klassensieger — LMP1: #6 Toyota (Toyota Gazoo Racing), LMP2: #26 Oreca (G-Drive Racing), LMGTE Pro: #67 Ford (Ford Chip Ganassi Team UK), LMGTE Am: #98 Aston Martin (Aston Martin Racing).
Einordnung
Der Sieger fährt im Schnitt 221,3 km/h über 1.330 km. Auf einer Runde von 5,451 km ist das das Tempo, das die gesamte Strategie tragen musste.
Wir berechnen für jedes Rennen im Archiv dieselben Kennzahlen: Pace-Reihenfolge, Zuverlässigkeit nach Klassen, Führungswechsel, Siegmarge, Schlussstabilität und Effizienz. Damit wird dieser Lauf direkt vergleichbar — mit jedem anderen Rennen der Saison 2016 und mit den Jahren davor.
Alle Werte stammen aus der vollständigen Klassifikation jeder Rennstunde und werden bei jedem Build neu berechnet.





