Porsche gewinnt die 6 Stunden von Shanghai 2015 auf dem Shanghai International Circuit. Der #17 Porsche 919 Hybrid von Porsche Team legt in 6 Stunden 169 Runden zurück — eine Renndistanz von 921 km. Am Steuer: Timo Bernhard, Mark Webber und Brendon Hartley. Der Vorsprung auf Platz zwei beträgt 26,3 s, knapp genug, um das Ergebnis lange offen zu halten. Die höchste Einzelrunden-Pace fuhr Audi — gewonnen hat Porsche. Tempo und Ergebnis fallen nicht immer zusammen.
Wie der Sieg entstand
Über die Distanz zählen wir 2 Führungswechsel zwischen 2 verschiedenen Fahrzeugen der Klasse LMP1. Im engsten Moment trennten Erster und Zweiter nur 4,5 s. In 5 von 6 gemessenen Stunden lag der Abstand unter 30 Sekunden.
Das ist ein echtes Duell auf Sichtweite — kein einsames Fahren an der Spitze.

Abbildung 1 zeigt, wie sich dieser Abstand über die Distanz bewegt hat.
Hersteller-Pace
Wir bewerten Pace über den Durchschnitt der schnellsten Runde je Hersteller. Das misst echtes Tempo über die Distanz statt einer einzelnen Glücksrunde. Die Reihenfolge an der Spitze: Audi (183,4 km/h), Porsche (182,4 km/h), Toyota (180,0 km/h).
Zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Hersteller der Klasse LMP1 liegen 15,5 km/h. Eine deutliche Spreizung. Auf dieser Strecke treten die Konzeptunterschiede klar zutage.

Abbildung 2 stellt die Pace-Reihenfolge nebeneinander.
Zuverlässigkeit nach Klassen
3 von 31 Fahrzeugen erreichen das Ziel nicht — eine Ausfallquote von 10 %. Am härtesten trifft es LMP2 mit 22 %, am besten kommt LMGTE Am mit 0 % durch.
Auf dieser Distanz ist Standfestigkeit selbst ein Ergebnis. Ein Auto, das steht, punktet nicht — egal, wie schnell es war.

Abbildung 3 vergleicht die Klassen direkt.
Effizienz über die Distanz
Der Effizienz-Score multipliziert die mittlere Rundengeschwindigkeit mit den gefahrenen Runden und setzt das Ergebnis ins Verhältnis zum Klassenmittel. Er belohnt Fahrzeuge, die schnell und unauffällig waren. 1,000 entspricht genau dem Klassenmittel.
Den höchsten Wert erreicht #7 Audi mit 1,066. Der Sieger #17 steht hier nicht an der Spitze. Streckenposition und Strategie führten zu einem Ergebnis, das reine Effizienz nicht allein erklärt.

Abbildung 4 sortiert die Fahrzeuge nach diesem Wert.
Die Schlussphase
In der letzten Stunde halten 45 % des Feldes ihre Position im Rahmen von ±1 Platz (n = 31). Die Schlussstunde blieb unruhig, quer durchs Feld wechselten Positionen. Die größte Einzelbewegung gelingt #13 Rebellion: 20 Plätze zurück.

Abbildung 5 zeigt, wie ruhig der Schluss wirklich war.
Schnellste Runde und Klassenabstände
Die schnellste Einzelrunde des Rennens fährt #7 Audi (Audi Sport Team Joest): 1:46.685 bei 183,9 km/h. Besatzung: Marcel Fässler, André Lotterer und Benoît Tréluyer.
Zwischen LMP1 und LMP2 liegt ein Pace-Abstand von 10,3 s pro Runde. Diese Zahl entscheidet, wie viel Verkehr die Spitze abarbeiten muss.
Die Klassensieger — LMP1: #17 Porsche (Porsche Team), LMP2: #36 Alpine (Signatech Alpine), LMGTE Pro: #91 Porsche (Porsche Team Manthey), LMGTE Am: #83 Ferrari (Ferrari AF Corse).
Einordnung
Der Sieger fährt im Schnitt 153,5 km/h über 921 km. Auf einer Runde von 5,451 km ist das das Tempo, das die gesamte Strategie tragen musste.
Wir berechnen für jedes Rennen im Archiv dieselben Kennzahlen: Pace-Reihenfolge, Zuverlässigkeit nach Klassen, Führungswechsel, Siegmarge, Schlussstabilität und Effizienz. Damit wird dieser Lauf direkt vergleichbar — mit jedem anderen Rennen der Saison 2015 und mit den Jahren davor.
Alle Werte stammen aus der vollständigen Klassifikation jeder Rennstunde und werden bei jedem Build neu berechnet.





