Audi gewinnt die 6 Stunden von Spa-Francorchamps 2012 auf dem Circuit de Spa-Francorchamps. Der #3 Audi R18 Ultra von Audi Sport Team Joest legt in 6 Stunden 160 Runden zurück — eine Renndistanz von 1.121 km. Am Steuer: Romain Dumas, Loic Duval und Marc Gené. Der Vorsprung auf Platz zwei beträgt 46,8 s. Der schnellste Hersteller stellt auch den Sieger.
Wie der Sieg entstand
Über die Distanz zählen wir 1 Führungswechsel zwischen 2 verschiedenen Fahrzeugen der Klasse LMP1. Im engsten Moment trennten Erster und Zweiter nur 15,0 s. In 2 von 6 gemessenen Stunden lag der Abstand unter 30 Sekunden.
Der Führende war nie außer Reichweite, doch der Druck kam in Wellen statt über die volle Distanz.

Abbildung 1 zeigt, wie sich dieser Abstand über die Distanz bewegt hat.
Hersteller-Pace
Wir bewerten Pace über den Durchschnitt der schnellsten Runde je Hersteller. Das misst echtes Tempo über die Distanz statt einer einzelnen Glücksrunde. Die Reihenfolge an der Spitze: Audi (205,6 km/h), Lola (198,8 km/h), Dome (198,7 km/h).
Zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Hersteller der Klasse LMP1 liegen 9,1 km/h. Eine deutliche Spreizung. Auf dieser Strecke treten die Konzeptunterschiede klar zutage.

Abbildung 2 stellt die Pace-Reihenfolge nebeneinander.
Zuverlässigkeit nach Klassen
7 von 41 Fahrzeugen erreichen das Ziel nicht — eine Ausfallquote von 17 %. Am härtesten trifft es LMGTE Am mit 22 %, am besten kommt LMP1 mit 10 % durch.
Auf dieser Distanz ist Standfestigkeit selbst ein Ergebnis. Ein Auto, das steht, punktet nicht — egal, wie schnell es war.

Abbildung 3 vergleicht die Klassen direkt.
Effizienz über die Distanz
Der Effizienz-Score multipliziert die mittlere Rundengeschwindigkeit mit den gefahrenen Runden und setzt das Ergebnis ins Verhältnis zum Klassenmittel. Er belohnt Fahrzeuge, die schnell und unauffällig waren. 1,000 entspricht genau dem Klassenmittel.
Den höchsten Wert erreicht #1 Audi mit 1,062. Der Sieger #3 steht hier nicht an der Spitze. Streckenposition und Strategie führten zu einem Ergebnis, das reine Effizienz nicht allein erklärt.

Abbildung 4 sortiert die Fahrzeuge nach diesem Wert.
Die Schlussphase
In der letzten Stunde halten 66 % des Feldes ihre Position im Rahmen von ±1 Platz (n = 41). Die Schlussstunde blieb unruhig, quer durchs Feld wechselten Positionen. Die größte Einzelbewegung gelingt #15 Pescarolo: 28 Plätze zurück.

Abbildung 5 zeigt, wie ruhig der Schluss wirklich war.
Schnellste Runde und Klassenabstände
Die schnellste Einzelrunde des Rennens fährt #1 Audi (Audi Sport Team Joest): 2:01.851 bei 206,9 km/h. Besatzung: Marcel Fässler, André Lotterer und Benoit Tréluyer.
Zwischen LMP1 und LMP2 liegt ein Pace-Abstand von 6,6 s pro Runde. Diese Zahl entscheidet, wie viel Verkehr die Spitze abarbeiten muss.
Die Klassensieger — LMP1: #3 Audi (Audi Sport Team Joest), LMP2: #38 Zytek (Jota), LMGTE Pro: #77 Porsche (Team Felbermayr-Proton), LMGTE Am: #67 Porsche (Imsa Performance Matmut).
Einordnung
Der Sieger fährt im Schnitt 186,6 km/h über 1.121 km. Auf einer Runde von 7,004 km ist das das Tempo, das die gesamte Strategie tragen musste.
Wir berechnen für jedes Rennen im Archiv dieselben Kennzahlen: Pace-Reihenfolge, Zuverlässigkeit nach Klassen, Führungswechsel, Siegmarge, Schlussstabilität und Effizienz. Damit wird dieser Lauf direkt vergleichbar — mit jedem anderen Rennen der Saison 2012 und mit den Jahren davor.
Alle Werte stammen aus der vollständigen Klassifikation jeder Rennstunde und werden bei jedem Build neu berechnet.



