Audi gewinnt die 12 Stunden von Sebring 2012 auf dem Sebring International Raceway. Der #2 Audi R18 von Audi Sport Team Joest legt in 12 Stunden 325 Runden zurück — eine Renndistanz von 1.956 km. Am Steuer: Dindo Capello, Tom Kristensen und Allan Mcnish. Der Vorsprung auf Platz zwei beträgt 4 Runden — ein klarer, kontrollierter Sieg. Der schnellste Hersteller stellt auch den Sieger.
Wie der Sieg entstand
Über die Distanz zählen wir 2 Führungswechsel zwischen 2 verschiedenen Fahrzeugen der Klasse LMP1. Im engsten Moment trennten Erster und Zweiter nur 0,7 s. In 6 von 10 gemessenen Stunden lag der Abstand unter 30 Sekunden.
Der Führende war nie außer Reichweite, doch der Druck kam in Wellen statt über die volle Distanz.

Abbildung 1 zeigt, wie sich dieser Abstand über die Distanz bewegt hat.
Hersteller-Pace
Wir bewerten Pace über den Durchschnitt der schnellsten Runde je Hersteller. Das misst echtes Tempo über die Distanz statt einer einzelnen Glücksrunde. Die Reihenfolge an der Spitze: Audi (202,1 km/h), Lola (197,4 km/h), Honda (197,1 km/h).
Zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Hersteller der Klasse LMP1 liegen 6,2 km/h. Eine deutliche Spreizung. Auf dieser Strecke treten die Konzeptunterschiede klar zutage.

Abbildung 2 stellt die Pace-Reihenfolge nebeneinander.
Zuverlässigkeit nach Klassen
4 von 29 Fahrzeugen erreichen das Ziel nicht — eine Ausfallquote von 14 %. Am härtesten trifft es LMGTE Pro mit 40 %, am besten kommt LMP1 mit 0 % durch.
Auf dieser Distanz ist Standfestigkeit selbst ein Ergebnis. Ein Auto, das steht, punktet nicht — egal, wie schnell es war.

Abbildung 3 vergleicht die Klassen direkt.
Effizienz über die Distanz
Der Effizienz-Score multipliziert die mittlere Rundengeschwindigkeit mit den gefahrenen Runden und setzt das Ergebnis ins Verhältnis zum Klassenmittel. Er belohnt Fahrzeuge, die schnell und unauffällig waren. 1,000 entspricht genau dem Klassenmittel.
Den höchsten Wert erreicht #2 Audi mit 1,091. Das ist zugleich der Siegerwagen — Tempo und Standfestigkeit kamen aus einem Paket.

Abbildung 4 sortiert die Fahrzeuge nach diesem Wert.
Die Schlussphase
In der letzten Stunde halten 76 % des Feldes ihre Position im Rahmen von ±1 Platz (n = 29). Die Reihenfolge stand weitgehend, einzelne Duelle liefen jedoch bis zum Schluss. Die größte Einzelbewegung gelingt #12 Lola: 6 Plätze zurück.

Abbildung 5 zeigt, wie ruhig der Schluss wirklich war.
Schnellste Runde und Klassenabstände
Die schnellste Einzelrunde des Rennens fährt #1 Audi (Audi Sport Team Joest): 1:46.567 bei 203,3 km/h. Besatzung: Marcel Fässler, André Lotterer und Benoit Tréluyer.
Zwischen LMP1 und LMP2 liegt ein Pace-Abstand von 4,3 s pro Runde. Diese Zahl entscheidet, wie viel Verkehr die Spitze abarbeiten muss.
Die Klassensieger — LMP1: #2 Audi (Audi Sport Team Joest), LMP2: #44 Honda (Starworks Motorsports), LMGTE Pro: #71 Ferrari (Ferrari AF Corse), LMGTE Am: #88 Porsche (Team Felbermayr-Proton).
Einordnung
Der Sieger fährt im Schnitt 163,0 km/h über 1.956 km. Auf einer Runde von 6,019 km ist das das Tempo, das die gesamte Strategie tragen musste.
Wir berechnen für jedes Rennen im Archiv dieselben Kennzahlen: Pace-Reihenfolge, Zuverlässigkeit nach Klassen, Führungswechsel, Siegmarge, Schlussstabilität und Effizienz. Damit wird dieser Lauf direkt vergleichbar — mit jedem anderen Rennen der Saison 2012 und mit den Jahren davor.
Alle Werte stammen aus der vollständigen Klassifikation jeder Rennstunde und werden bei jedem Build neu berechnet.




