Porsche gewinnt die 6 Stunden von São Paulo 2014 auf dem Autódromo José Carlos Pace (Interlagos). Der #14 Porsche 919 Hybrid von Porsche Team legt in 6 Stunden 249 Runden zurück — eine Renndistanz von 1.073 km. Am Steuer: Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb. Der Vorsprung auf Platz zwei beträgt nur 0,170 s — ein Zielsprint nach einem kompletten Langstreckenrennen. Die höchste Einzelrunden-Pace fuhr Audi — gewonnen hat Porsche. Tempo und Ergebnis fallen nicht immer zusammen.
Wie der Sieg entstand
Über die Distanz zählen wir 3 Führungswechsel zwischen 3 verschiedenen Fahrzeugen der Klasse LMP1. Im engsten Moment trennten Erster und Zweiter nur 0,2 s. In 6 von 6 gemessenen Stunden lag der Abstand unter 30 Sekunden.
Das ist ein echtes Duell auf Sichtweite — kein einsames Fahren an der Spitze.

Abbildung 1 zeigt, wie sich dieser Abstand über die Distanz bewegt hat.
Hersteller-Pace
Wir bewerten Pace über den Durchschnitt der schnellsten Runde je Hersteller. Das misst echtes Tempo über die Distanz statt einer einzelnen Glücksrunde. Die Reihenfolge an der Spitze: Audi (197,8 km/h), Porsche (197,6 km/h), Toyota (197,4 km/h).
Zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Hersteller der Klasse LMP1 liegen 10,2 km/h. Eine deutliche Spreizung. Auf dieser Strecke treten die Konzeptunterschiede klar zutage.

Abbildung 2 stellt die Pace-Reihenfolge nebeneinander.
Zuverlässigkeit nach Klassen
5 von 26 Fahrzeugen erreichen das Ziel nicht — eine Ausfallquote von 19 %. Am härtesten trifft es LMP2 mit 50 %, am besten kommt LMGTE Pro mit 0 % durch.
Auf dieser Distanz ist Standfestigkeit selbst ein Ergebnis. Ein Auto, das steht, punktet nicht — egal, wie schnell es war.

Abbildung 3 vergleicht die Klassen direkt.
Effizienz über die Distanz
Der Effizienz-Score multipliziert die mittlere Rundengeschwindigkeit mit den gefahrenen Runden und setzt das Ergebnis ins Verhältnis zum Klassenmittel. Er belohnt Fahrzeuge, die schnell und unauffällig waren. 1,000 entspricht genau dem Klassenmittel.
Den höchsten Wert erreicht #8 Toyota mit 1,154. Der Sieger #14 steht hier nicht an der Spitze. Streckenposition und Strategie führten zu einem Ergebnis, das reine Effizienz nicht allein erklärt.

Abbildung 4 sortiert die Fahrzeuge nach diesem Wert.
Die Schlussphase
In der letzten Stunde halten 62 % des Feldes ihre Position im Rahmen von ±1 Platz (n = 26). Die Schlussstunde blieb unruhig, quer durchs Feld wechselten Positionen. Die größte Einzelbewegung gelingt #20 Porsche: 16 Plätze zurück.

Abbildung 5 zeigt, wie ruhig der Schluss wirklich war.
Schnellste Runde und Klassenabstände
Die schnellste Einzelrunde des Rennens fährt #2 Audi (Audi Sport Team Joest): 1:18.367 bei 197,9 km/h. Besatzung: Marcel Fässler, André Lotterer und Benoit Tréluyer.
Zwischen LMP1 und LMP2 liegt ein Pace-Abstand von 5,9 s pro Runde. Diese Zahl entscheidet, wie viel Verkehr die Spitze abarbeiten muss.
Die Klassensieger — LMP1: #14 Porsche (Porsche Team), LMP2: #47 Oreca (KCMG), LMGTE Pro: #97 Aston Martin (Aston Martin Racing), LMGTE Am: #98 Aston Martin (Aston Martin Racing).
Einordnung
Der Sieger fährt im Schnitt 178,0 km/h über 1.073 km. Auf einer Runde von 4,309 km ist das das Tempo, das die gesamte Strategie tragen musste.
Wir berechnen für jedes Rennen im Archiv dieselben Kennzahlen: Pace-Reihenfolge, Zuverlässigkeit nach Klassen, Führungswechsel, Siegmarge, Schlussstabilität und Effizienz. Damit wird dieser Lauf direkt vergleichbar — mit jedem anderen Rennen der Saison 2014 und mit den Jahren davor.
Alle Werte stammen aus der vollständigen Klassifikation jeder Rennstunde und werden bei jedem Build neu berechnet.




