Viele Menschen beginnen mit KI auf dieselbe Weise: Sie tippen eine kurze Frage ein, bekommen eine allgemeine Antwort und halten das Tool danach für wenig nützlich. Meist liegt das Problem aber nicht am Tool, sondern an der Anfrage. Ein paar Sätze mehr machen aus einer vagen Antwort oft etwas, das Sie wirklich verwenden können.
Dies ist Teil 4 von Level 0. Sie lernen, was ein Prompt ist, eine einfache Formel aus drei Teilen für klare Anfragen, wie Sie eine Antwort mit Nachfragen verbessern und welche Anfängerfehler Sie vermeiden sollten. Alle Beispiele funktionieren in jedem allgemeinen Chat-Assistenten.
Was ein Prompt ist
Ein Prompt ist alles, was Sie einem KI-Assistenten zum Arbeiten geben: Ihre Frage oder Anweisung und dazu jeden Text, jede Datei und jedes Bild, das Sie anhängen. Meist tippen Sie ihn ein, in vielen Apps können Sie ihn auch sprechen.
Der Assistent kennt nur das, was in Ihrem Prompt und im bisherigen Gespräch steht. Ihr Unternehmen, Ihre Leser und die E-Mail von gestern kennt er nicht. Wie Teil 3 erklärt hat, schreibt er die wahrscheinlichste Antwort auf das, was er sieht. Ist Ihr Prompt vage, ist auch die wahrscheinlichste Antwort vage.
Eine einfache Formel: Aufgabe, Kontext, Format
Für einen guten Prompt brauchen Sie keine besonderen Tricks. Drei Teile decken die meisten Alltagsanfragen ab:
- Aufgabe: Was soll der Assistent tun? Beginnen Sie mit einem klaren Verb: schreiben, zusammenfassen, erklären, auflisten, umformulieren, übersetzen, vergleichen.
- Kontext: Was muss er wissen? Wer liest das Ergebnis, wie ist die Lage, welche Fakten soll er verwenden und was soll er vermeiden?
- Format: Wie soll das Ergebnis aussehen? Denken Sie an Länge, Aufbau (E-Mail, Stichpunkte, Tabelle) und Ton.

Die Reihenfolge ist nicht fest, aber wenn Sie mit der Aufgabe beginnen, bleiben der Assistent — und Sie — beim Thema. Fügen Sie einen längeren Text ein, etwa eine E-Mail oder einen Bericht, trennen Sie ihn deutlich von Ihren Anweisungen, zum Beispiel mit „Text:“ davor. Level 1 ergänzt einen vierten Baustein, die Rolle, und zeigt, wie Beispiele die Ergebnisse verbessern: siehe Prompting-Grundlagen.
Vage und klare Prompts im Vergleich
Hier steht dieselbe Anfrage zweimal. Der erste Prompt lässt den Assistenten raten. Der zweite gibt ihm, was er braucht.

Sehen Sie sich an, was beim vagen Prompt passiert: Der Assistent füllt die Lücken mit Vermutungen. Er erfindet Öffnungszeiten, wählt einen fröhlichen Ton, um den Sie nicht gebeten haben, und weiß nicht, wer den Text lesen wird. Der klare Prompt nimmt das Raten weg, denn die Fakten, die Leser und die Länge stehen darin.
Die Tabelle zeigt weitere Vorher-nachher-Paare aus dem Arbeitsalltag:
| Vager Prompt | Klarer Prompt |
|---|---|
| „Fasse das zusammen.“ | „Fasse diesen Bericht in fünf Stichpunkten für meine Chefin zusammen. Schwerpunkt: Kosten und Termine. Text: …“ |
| „Schreib einen Post über unser Webinar.“ | „Schreib einen LinkedIn-Post mit höchstens 80 Wörtern, der HR-Verantwortliche zu unserem kostenlosen Webinar über Onboarding einlädt. Freundlich, ohne Hashtags.“ |
| „Hilf mir bei meiner Präsentation.“ | „Schlag eine Gliederung für einen 10-Minuten-Vortrag vor neuen Kolleginnen und Kollegen über unseren Reisekostenprozess vor. Sechs Folien, je eine Zeile.“ |
| „Erkläre KI.“ | „Erkläre in drei Sätzen ohne Fachjargon, was ein großes Sprachmodell ist. Der Leser ist ein neuer Auszubildender in der Buchhaltung.“ |
| „Mach es besser.“ | „Mach diese E-Mail kürzer (unter 100 Wörter) und freundlicher. Lass alle Namen und Daten genau so, wie sie sind.“ |
Nachfragen: Der zweite Prompt zählt am meisten
Die erste Antwort ist ein Entwurf, nicht das Ende des Gesprächs. Der Assistent behält den Chat im Blick, also können Sie das Ergebnis Schritt für Schritt verbessern, ohne alles zu wiederholen. Gute Nachfragen sind kurz:
- „Bitte kürzer — halb so lang.“
- „Förmlicher. Der Leser ist ein Kunde.“
- „Mach daraus eine Tabelle mit drei Spalten.“
- „Welche Annahmen stecken in dem Text? Liste sie auf.“
- „Stell mir vor dem Schreiben drei Fragen zu dem, was noch fehlt.“
Die letzte Nachfrage hilft besonders, wenn Sie nicht sicher sind, welchen Kontext Sie geben sollen. Der Assistent sagt Ihnen dann, was ihm fehlt.

Beginnen Sie einen neuen Chat, wenn Sie zu einem anderen Thema wechseln. Sonst können Anweisungen aus der alten Aufgabe in die neue hineinwirken.
Welchen Assistenten Sie dafür nutzen, ist weniger wichtig als die Art, wie Sie fragen. Die Formel funktioniert in diesen beiden bekannten allgemeinen Assistenten aus unserem Vergleich gleich. Wir führen sie wegen ihrer Bildfunktionen im Bereich Text-to-Image, aber beide können Text ebenso wie Bilder:
Kurzbeschreibungen aus unserem Tool-Vergleich, nach Angaben der Anbieter — nicht von ABXK getestet.
Typische Anfängerfehler und wie Sie sie vermeiden
Die meisten schwachen Antworten gehen auf eine Handvoll Gewohnheiten zurück. Jede lässt sich leicht ändern:
| Fehler | Was passiert | Besser |
|---|---|---|
| Eine Zeile ohne Kontext | Eine allgemeine Antwort, die zu niemandem passt | Leser, Ziel und ein oder zwei wichtige Fakten ergänzen |
| Mehrere Aufgaben in einem Prompt | Der Assistent erledigt manche nur halb | Eine Aufgabe pro Prompt oder die Schritte nummerieren |
| Nach Fakten fragen und ihnen vertrauen | Erfundene Zahlen, Namen oder Quellen | Fakten prüfen; für Recherche ein Tool nutzen, das seine Quellen zeigt |
| Vertrauliche Daten einfügen | Ihre Daten landen beim Anbieter | Platzhalter wie „Kunde A“ verwenden oder ein freigegebenes Tool nutzen |
| Nach einer schwachen Antwort neu anfangen | Die guten Teile gehen verloren | Stattdessen mit einer Nachfrage verbessern |
| Den ersten Entwurf übernehmen | Allgemeine Formulierungen und der falsche Ton | Wie ein Lektor lesen, dann Änderungen verlangen |
Wenn ein Prompt gut funktioniert, speichern Sie ihn. Eine kleine Sammlung Ihrer besten Prompts — für Status-Mails, Meeting-Zusammenfassungen oder Kundenantworten — spart jede Woche Zeit. Level 3 zeigt, wie Sie daraus wiederverwendbare Vorlagen machen.

